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Nachdem Liselotte Strelow bereits in den 1930er Jahren Opern-, Revuestars und Schauspieler fotografiert hatte,
knüpfte sie nach dem zweiten Weltkrieg hieran wieder an. Mit ihrem Fotoatelier auf der Düsseldorfer „Kö“ wählte sie eine Adresse für ihr Porträtatelier, zu der bald die Berühmten und Einflussreichen der
jungen Bundesrepublik pilgerten, um von der „Strelow“ fotografiert zu werden. Liselotte Strelow schuf konzentrierte Bildnisse unter anderem von Gottfried Benn, Günter Grass, Ingeborg Bachmann,
Alexander Mitscherlich, Joseph Beuys, Hildegard Knef oder Helene Weigel. Neben den Porträts bildete auch die Theater- sowie die Werbefotografie einen großen Bereich ihres Schaffens.
„Das subjektive Bild ist fesselnd, nicht das objektive! Und ich bin subjektiv.“ Für das psychologische Porträt, das Liselotte Strelow anstrebte, hieß es, „so viele von den hundert Charakterzügen,
Wesenszügen eines Menschen zu sammeln wie möglich.“ In langen Studiositzungen und Gesprächen mit ihrem Gegenüber entstanden facettenreiche Einzelbilder, mit denen sie dem „Wesentlichen einer Persönlichkeit“
auf den Grund gehen wollte. Sie inszenierte ihre Fotos in der Regel mit lediglich zwei Scheinwerfern. Die intensive Nachbearbeitungen der Aufnahmen, Retuschen am Negativ und Positiv gehörten in dieser Zeit
zum selbstverständlichen Handwerkszeug, das sie meisterhaft beherrschte.
Das Historische Museum Frankfurt zeigt 220 Originalabzüge - Porträt- und Theaterfotografie - bis in die 1960er Jahre. |